Grundlagen machtkritischer / diskiminierungssensibler sozialer Arbeit
Machtkritische und diskriminierungssensible Soziale Arbeit setzt dort an, wo Hilfe, Schutz, Beratung und Verantwortung auf gesellschaftliche Ungleichheit treffen. Fachkräfte nehmen wahr, ordnen ein, bewerten, formulieren Hilfeziele, gestalten Beziehungen und wirken an Entscheidungen mit, die für Adressat:innen folgenreich sein können. Vorstellungen von Normalität, Kooperation, Gefährdung, Bildung, Sprache, Körper, Familie und Lebensführung prägen, wie Situationen verstanden werden. Die Fortbildung führt dich in Grundlagen machtkritischer Sozialer Arbeit ein und verbindet diese mit diskriminierungssensiblen und intersektionalen Perspektiven. Im Mittelpunkt stehen Machtkritik als professionelle Grundhaltung sowie die Frage, wie Diskriminierungs- und Machtverhältnisse erkannt, eingeordnet und methodisch berücksichtigt werden können.
Bearbeitet werden Klassismus, Rassismus, Sexismus, Adultismus, Ableismus, Antisemitismus, Queerfeindlichkeit und weitere Ismen. Dabei geht es um ihr Wirken in Wahrnehmung, Fallverstehen, Kommunikation und Routinen.
Ein Fokus liegt auf Deutungsmacht, Bias, epistemischer Gewalt und der Frage, wessen Erfahrungen gehört, anerkannt oder übergangen werden. Ausgehend von Sozialer Arbeit als Menschenrechtsprofession reflektierst du, wie Macht in helfenden Beziehungen verantwortlich ausgeübt wird und welche Leerstellen die eigene Wahrnehmung prägen. Das Awareness-Gap-Modell zeigt, dass Fachkräfte nicht jede Diskriminierungserfahrung selbst kennen müssen, aber Verantwortung dafür tragen, Wahrnehmungslücken professionell zu bearbeiten.
Die Fortbildung verbindet fachliche Impulse mit Reflexion, Fallbezügen und anwendungsorientierten Methoden. Du setzt dich mit machtkritischem Fallverstehen, diskriminierungssensibler Kommunikation, professioneller Sprache und fachlicher Selbstverortung auseinander. Ziel ist es, Ungleichheiten klarer zu erkennen, Praxis präziser einzuordnen und Handlungsfähigkeit in machtvollen Situationen zu stärken.
Inhalt
• Grundlagen machtkritischer und diskriminierungssensibler Sozialer Arbeit
• Machtkritik als professionelle Grundhaltung in Hilfe, Beratung, Schutz, Begleitung und institutionellem Handeln
• Normalitätsannahmen, Deutungsmacht, Bias und epistemische Gewalt in professioneller Wahrnehmung und Fallverstehen
• Zentrale Diskriminierungs- und Machtverhältnisse: Klassismus, Rassismus, Sexismus, Adultismus, Ableismus, Antisemitismus, Queerfeindlichkeit und weitere Ismen
• Intersektionalität als Analyseperspektive für komplexe Lebensrealitäten und verschränkte Ungleichheitsverhältnisse
• Soziale Arbeit als Menschenrechtsprofession und Verantwortung in machtvollen professionellen Beziehungen
• Das eigenentwickelte Awareness-Gap-Modell als Zugang zu Wahrnehmungslücken, Privilegien und fachlicher Verantwortung
• Psychologische Perspektiven auf Scham, Abwehr, Schutzstrategien, Stigma, Stress und Beziehungsgestaltung
• Machtkritisches Fallverstehen, diskriminierungssensible Kommunikation und professionelle Selbstverortung
• Anwendungsbezogene Impulse für methodisches Handeln, professionelle Sprache und institutionelle Praxis
Ziele
• Du entwickelst ein fundiertes Verständnis dafür, wie Macht- und Diskriminierungsverhältnisse professionelle Wahrnehmung, Fallverstehen und Handeln prägen.
• Du lernst zentrale Ismen und intersektionale Zusammenhänge fachlich einzuordnen und auf sozialarbeiterische Praxis zu beziehen.
• Du reflektierst eigene Normalitätsannahmen, Bias, Privilegien und Wahrnehmungslücken im Kontext professioneller Verantwortung.
• Du stärkst deine Fähigkeit, diskriminierungssensible und machtkritische Perspektiven in Fallverstehen, Kommunikation und methodisches Handeln einzubeziehen.
• Du gewinnst mehr Sicherheit darin, gesellschaftliche Ungleichheit, Deutungsmacht und epistemische Gewalt in professionellen Kontexten zu erkennen und zu bearbeiten.
• Du entwickelst eine klarere fachliche Selbstverortung für eine machtkritische, diskriminierungssensible und menschenrechtsorientierte Praxis.
Zielgruppe
Die Fortbildung richtet sich an Fachkräfte aus der Sozialen Arbeit, Kinder- und Jugendhilfe, Eingliederungshilfe, Geflüchtetenhilfe, Bildungsarbeit, Beratung, psychosozialen Praxisfeldern sowie angrenzenden professionellen Kontexten. Angesprochen sind insbesondere Personen, die in ihrem Berufsalltag mit Machtverhältnissen, Diskriminierung, gesellschaftlicher Ungleichheit, Schutz- und Unterstützungsprozessen, Fallverstehen, Kommunikation oder institutioneller Verantwortung befasst sind. Die Fortbildung eignet sich sowohl für Fachkräfte in direkter Fallarbeit als auch für Personen in Fachberatung, Leitung, Koordination, Fortbildung, Konzeptentwicklung und Qualitätsentwicklung.
Eine Kooperation mit FIFSI e.V..
Termine
Mo., 18.01.2027 09:00 Uhr- Mo., 18.01.2027 16:30 Uhr
online
Di., 23.03.2027 09:00 Uhr- Mi., 24.03.2027 16:30 Uhr
online
Di., 18.05.2027 09:00 Uhr- Mi., 19.05.2027 16:30 Uhr
online
Di., 21.09.2027 09:00 Uhr- Mi., 22.09.2027 16:30 Uhr
online
Mo., 22.11.2027 09:00 Uhr- Di., 23.11.2027 16:30 Uhr
online
Dozent:in
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